Warum bloggen... die anderen?
Eine Frage die ich mir öfter gestellt habe.
Die meisten nutzen ihren Blog irgendwie als eine Art Tagebuch oder so. Mal im Ernst, wer sich für den Tagesablauf eines Menschen wirklich interessiert, der ruft doch an oder besucht ihn persönlich, oder etwa nicht? Bin ich zu altmodisch?
Oder wurden diese Blogs tatsächlich erfunden, um Tagebücher darin zu schreiben? Gut, vermutlich ist das der Fall.
Allerdings kenne ich nun schon vier Blogs, die tatsächlich etwas zum nachdenken, mitfühlen, mitlächeln und mittrauern sind. Krankhaft, dabei kenne ich diese Menschen kaum. Bis auf einen.
Ich bin mir vollkommen bewusst, dass ich hier beinahe ausschließlich seelischen Exhibitionismus betreibe, aber wer das hier zu lesen bekommt, bis auf zwei Personen davon, kennt mich so gut, das hier wirklich zu verstehen.
Würdet ihr hier lieber lesen, was ich den Tag lang getan habe, was sich in meiner Heimatstadt verändert, wer gemein zu mir war, wie es um meinen Sexualtrieb steht und welcher böse Lehrer mich zum weinen gebracht hat? (Ah, nein. Das kommt tatsächlich nie vor. Blödes Beispiel.)
Jedoch... eines wird mir immer wieder bewusst, wenn ich Tagebuchblogs lese, in denen nur Ereignisse und wenige Gedanken stehen. Gedanken ist in diesem Kontext als Weltanschauung zu verstehen, das am Rande.
Menschen, die so etwas schreiben, müssen entweder sterbenslangweilig sein, einen privaten Blog haben für die, die sie näher kennen oder tatsächlich mit solch beschränktem Blickfeld durch die Welt laufen, dass sie sich für Dinge interessieren, die so weit hinter ihnen liegen, dass sie schon eingestaubt sind.
Damit meine ich nicht zeitlich, damit meine ich Lebensabschnittstechnisch. Vergangene Lebensabschnitte sind _vergangen_ und weit weit, sehr weit fort. Nicht wiederholbar, nicht zurücksetzbar, nicht veränderbar.
Und wieder einmal drängt sich mir eine Frage auf:
Warum interessieren sich so viele Menschen für so viele andere Menschen, die sie mit 100%er Sicherheit aus den Augen verlieren werden, die treulos sind, die sich nicht für sie aufrichtig interessieren oder schon lange, lange fort sind?
Und warum interessiere ich mich nicht für solche Menschen?
...und wer von beiden ist jetzt seltsam?
4 Kommentare:
naja ich denk das einige ihre tage irgendwie festhalten wollen bei ihren Blogs/Tagebücher... °_°;
Oder bestimmte Momente die sie erlebt haben...
Bei mir war es zurzeit eh nur so, dass ich fast nur noch Musikvideos + Lyrics gepostet hab xD;
Bestimmte Momente die es wert sind, sich lange daran zu erinnern hängen doch meist mit Gefühlen zusammen?
Ich meine... es gibt einen Unterschied zwischen:
"Und dann ging es halt immer so weiter."
und
"Der ewig wiederholte Trott riss mir langsam an den Nerven. Wie lange denn noch?"
Wozu die Weblogs erfunden wurden weiss ich nicht, der Name selber, sprich "log", würde darauf schliessen lassen, dass sie wirklich als Aufzeichnung von Geschehnissen dienen sollten.
Doch nur weil etwas mal geplant war, heisst das weder dass es gut ist noch dass man nicts andres draus machen darf.
Wenn jemand seinen Tagesablauf inklusive detaillierter Beschreibung des Mittagessens für so spannend und weltbewegend hält, dass es veröffentlicht werden sollte, dann soll er doch. Mich interessiert das nicht sonderlich.
Was mich persönlich interessiert sind Texte, die in erster Linie interessant zu lesen sind.
Ausserdem kommt es natürlich immer auf den Bloggenden darauf an. Was Karl-Friedrich aus Hintersthausen über die Möhren in seinem Garten denkt, ist für mich von eher geringem Interesse.
Was jedoch jemand, der mir nahesteht oder mit dem ich viel Zeit verbringe über seine Umwelt denkt, interessiert mich brennend.
Jedoch ist es ja auch grad der Sinn und Zweck des bloggens, dass jeder schreiben kann was er will. Die Selektion nehme ich dann schon vor in dem ich nur die Blogs lese, die mich auch interessieren.
Ist an allem was wahres dran, ich kann nur zustimmen.
Keine Ahnung, warum ich mir überhaupt Gedanken über sowas mache.
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