Ein Bier... und bring mir bitte die Pumpgun, Schatz! - Part 1
"Einundzwanzig! Baby, sieh mal!"
Es hätte ein so ruhiger Abend werden können.
"Zweiundzwanzig! Volltreffer, Arschloch!"
Romantischer Kerzenschein, ein Candle Light Dinner in einer zweitklassigen Bude. Der Wein aus der mittleren Preisklasse, die Gläser sogar frisch gespült und das Geschirr herausgekramt, das die wenigsten Macken hat. Ja, selbst das Besteck war poliert um die Spülmaschinenflecken auf der blankblitzenden metallenen Oberfläche der Messerschneide zu verbannen.
Der Abend hätte ruhig werden können.
"Dreiundzwanzig!"
Nachladen.
Im Hintergrund klassische Musik, sie mochte solchen Krams. Er hatte zwar keine Ahnung von Klassik, aber "Mozart" klang einfach so bekannt, dass er die billig verpackte CD gerade mitgenommen hatte im Shop. Ohne zu bezahlen versteht sich.
Mittlerweile hatte er das Geigengefiedel gegen etwas Gitarrenlastigeres getauscht. Es waren keine Nachbarn heute, die sich über die Lautstärke beschwerten.
Mittlerweile überdröhnte der Bass sogar die Pumpgun.
Gute Lautstärke.
"Vierund- scheiße. Stirb, Schlampe!"
BANG
"Vierundzwanzig!"
Ein lässiger Schluck aus der Bierflasche. Der letzte Schluck dieser Flasche.
"Scheiße. Langsam wird's echt hart."
Noch drei Flaschen. Ah, drei leere.
"Schatz, holst du mir noch eine Flasche Pils aus dem Kühlschrank?"
Ein Grunzen und Stöhnen zur Antwort.
"Jaja, ich geh ja schon selbst."
Sie schlurfte vorwärts, kam aber aufgrund des zur Kette umgebauten Dynamos nicht weiter. Der Haken hielt sie an der Wade fest. Nunja, er war geradewegs durchgeschoben, durch's Fleisch und am Schienbeinknochen eingehakt. Die wohl Effektivste Methode, dieses hohle Stück Fleisch festzuhalten. Der Dynamo schnalzte so lustig zurück sobald zuviel Zuglast darauf war.
BAMM
Schon lag sie wieder auf der Nase.
"Geiler Aufschlag! Gott, ich liebe dich, Baby!" Er warf ihr einen Kuss zu und schwang sich kopfnickend zur Musik in die Wohnung zurück, zur Küche und sah in den Kühlschrank.
Drei Flaschen Bier. Volle.
"Fuck, das hält sich nicht mal diesen Mittag. Shoppingtime!"
Er ging wieder zur Balkontür. Schlurfen und Grunzen. Der Gestank war einfach umwerfend.
"Nicht abhauen, Babe. Bin gleich zurück." Ein kurzes Zwinkern und schon verschwand er aus der Haustüre, ging zwei Schritte quer über den Gang, trat die Türe ein zur gegenüberliegenden Wohung und jubelte laut.
"VIERUNDZWANZIG BABY!"
Ein abstoßendes Grunzen. Am anderen Ende bewegte sich etwas.
"Aaaalter, schrei nicht so. Ich hab grad so schön geträumt." Beam grinste dreckig und rollte sich von seiner versifften Matratze. "Guten Morgen Sonnenschein!" Beam nahm einen kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche und drückte dem noch sauberen Etikett einen feuchten Kuss auf, der eher an einen sabbernden Hund erinnerte.
"Ich sehs. Zieh dir Hosen an, Mann." "Steht'n ziemlicher Hecht in der Bude, was?" Wieder ein dreckiges Grinsen. Er konnte sich Beam gar nicht mehr ohne diesen Gesichtsausdruck vorstellen. "Ja, ich erblasse vor Neid. VIERUNDZWANZIG BABY!" Er stand breitbeinig auf dem, wirklich ekelhaften, Teppichboden und reckte beide Hände in die Höhe. "Du musst dich ins Zeug legen."
In der rechten immernoch die Pumpgun.
"Waum zum Teufel schmeißt du mich um die Zeit aus den geilsten Träumen?"
Er grinste nur. Nicht ganz so dreckig wie Beam, aber dreckig.
"Shopping?"
"Shopping."
"Bier?"
"Bier."
"Ok."
"Ok?"
"Yo."
"Alright Babe!"
--= Fortsetzung folgt =--
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