Erdbeerkaba.
Ich habe keine Ahnung weshalb, doch ich habe eine Vorliebe dafür entwickelt. Es ist Kaba, süß, löslich in Milch. Es hat eine ätzende Farbe und schmeckt erfrischender als schwerer Schokoladenkaba.
Eines der wenigen Dinge, die überhaupt nach etwas schmecken.
Eine seltsame Zeit ist ausgebrochen. Ich sage bewusst ausgebrochen, denn es verhält sich wie eine Krankheit. Es zeigt Symptome, wann es will und es geht wiedr vorbei, wann es will. Im Wechsel.
Was ich meine... eine gute Frage. Bekannte Gesichter werde von Autos angefahren, ziehen sich ein paar leichte Verletzungen zu. Und es interessiert mich nicht. Es interessiert mich einfach nicht, während alle anderen gespannt darauf sind, die Geschichte vom bösen, blinden Autofahrer zu hören. Ein empörtes Lufteinziehen, ein "Nein, im Ernst?!" hier und da.
Und ich sitze da und komme mir vor wie der einzige farbige Fleck in einem schwarz-weiß Film á la Sin City.
Es ist so verdammt abgedroschen.
Proletengerede von Studenten, von denen einer dickere Hoden als der andere hat. Wie oft hört man sowas... In den passendsten und unpassendsten Situationen, immer und immer wieder dasselbe.
Die Straßenbahn, immer und immer wieder dieselbe Art von Menschen, die einen anstarrt, die alle Umsitzenden mit ihrer, sie nennen es Musik, belästigen. Immer und immer wieder.
Spiele die man spielt, die Unterhaltung bringen sollten. Zu schnell hat man sie durchschaut, immer und immer wieder geschieht dasselbe vor anderer Kulisse.
Es ist alles so verdammt abgedroschen.
Ich komme langsam dahinter. Die Menschheit verliert an Ideen. Selten kommt etwas neues, sei es ein neuer Charakter, mit dem man sich unterhält, sei es eine neue Art der Unterhaltung, etwas Neues einfach. Es wiederholt sich immer und immer wieder derselbe Trott.
Ist der Mensch tatsächlich ein Gewohnheitstier, oder spricht man nur aus Bequemlichkeit so?
Abgedroschen. Überdrüssig. Ich denke, ich werde des Lebens an sich überdrüssig. Der Kaffee schmeckt wie immer, selbst als ich heute mal Capuchino in meinen Pappbecher füllte statt dem Milchkaffee. Die Pizza gestern. Nichts neues. Selbst der frische Salat, den ich dazu extra geputzt und angerührt (nennt man das so?) hatte. Abgedroschen. Langweilig.
Selbst der "Lecker!"-Effekt bei meiner Lieblingschipssorte bleibt aus. Sie sind wie immer. Viel zu ölig und schlecht gewürzt. Aber geriffelt. Wie immer eben.
Das Zusammentreffen mit anderen Menschen läuft nur mehr noch lethargisch ab. Wie ein Film. Sagt man, was man denkt, wird man sofort in sinn- und aussichtslose Diskussionen verwickelt. Zu welchem Zweck? Ich äußere meine Meinung. Wer nicht damit einverstanden ist, wie diese beschaffen ist, äußert die seine. Damit ist das Thema erledigt für mich. Es ist in Ordnung.
Nein, es wird nachgebohrt. Man wird zu überreden versucht. Die Meinung des anderen aufgezwängt zu bekommen. Wozu?
Abgedroschen. Es geschieht jeden Tag.
So sitzt man da, mittendrin und doch nur dabei. Sieht sich die Bewegungen an, hört die Worte. Fühlt sich wie in einem kindischen Puppentheater, jedoch machtlos. Es ist zwecklos, einzugreifen in der Hoffnung, es würde etwas bewegen. Man wird kurzzeitig zum Hauptziel, bekommt eine geballte Ladung ab. Doch man interessiert sich nicht dafür, und schnell wird es wieder langweilig.
Das Puppenspiel geht weiter, beginnt von vorne.
Immer und immer wieder.
----------------------------------------------------------------
Ich denke, die Woche Urlaub im hohen Norden ohne Dach über dem Kopf wird mir guttun. Einfach feiern und den grauen Alltag vergessen. Besuche machen, Flensburg, Hamburg, überall.
Danach eine Menge Stress, viel zu organisieren, viel zu tun, viel zu lernen.
Es fehlt das Neue, das unseren Horizont erweitert.