Schamlos
Ja, tatsächlich.
Nicht gefunden, nein, gezeigt bekommen und schamlos aus Pucks Blog geklaut:
tolerant, kind, though I must be
Ja, tatsächlich.
Nicht gefunden, nein, gezeigt bekommen und schamlos aus Pucks Blog geklaut:
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spiegeltanz
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20:47
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"Einundzwanzig! Baby, sieh mal!"
Es hätte ein so ruhiger Abend werden können.
"Zweiundzwanzig! Volltreffer, Arschloch!"
Romantischer Kerzenschein, ein Candle Light Dinner in einer zweitklassigen Bude. Der Wein aus der mittleren Preisklasse, die Gläser sogar frisch gespült und das Geschirr herausgekramt, das die wenigsten Macken hat. Ja, selbst das Besteck war poliert um die Spülmaschinenflecken auf der blankblitzenden metallenen Oberfläche der Messerschneide zu verbannen.
Der Abend hätte ruhig werden können.
"Dreiundzwanzig!"
Nachladen.
Im Hintergrund klassische Musik, sie mochte solchen Krams. Er hatte zwar keine Ahnung von Klassik, aber "Mozart" klang einfach so bekannt, dass er die billig verpackte CD gerade mitgenommen hatte im Shop. Ohne zu bezahlen versteht sich.
Mittlerweile hatte er das Geigengefiedel gegen etwas Gitarrenlastigeres getauscht. Es waren keine Nachbarn heute, die sich über die Lautstärke beschwerten.
Mittlerweile überdröhnte der Bass sogar die Pumpgun.
Gute Lautstärke.
"Vierund- scheiße. Stirb, Schlampe!"
BANG
"Vierundzwanzig!"
Ein lässiger Schluck aus der Bierflasche. Der letzte Schluck dieser Flasche.
"Scheiße. Langsam wird's echt hart."
Noch drei Flaschen. Ah, drei leere.
"Schatz, holst du mir noch eine Flasche Pils aus dem Kühlschrank?"
Ein Grunzen und Stöhnen zur Antwort.
"Jaja, ich geh ja schon selbst."
Sie schlurfte vorwärts, kam aber aufgrund des zur Kette umgebauten Dynamos nicht weiter. Der Haken hielt sie an der Wade fest. Nunja, er war geradewegs durchgeschoben, durch's Fleisch und am Schienbeinknochen eingehakt. Die wohl Effektivste Methode, dieses hohle Stück Fleisch festzuhalten. Der Dynamo schnalzte so lustig zurück sobald zuviel Zuglast darauf war.
BAMM
Schon lag sie wieder auf der Nase.
"Geiler Aufschlag! Gott, ich liebe dich, Baby!" Er warf ihr einen Kuss zu und schwang sich kopfnickend zur Musik in die Wohnung zurück, zur Küche und sah in den Kühlschrank.
Drei Flaschen Bier. Volle.
"Fuck, das hält sich nicht mal diesen Mittag. Shoppingtime!"
Er ging wieder zur Balkontür. Schlurfen und Grunzen. Der Gestank war einfach umwerfend.
"Nicht abhauen, Babe. Bin gleich zurück." Ein kurzes Zwinkern und schon verschwand er aus der Haustüre, ging zwei Schritte quer über den Gang, trat die Türe ein zur gegenüberliegenden Wohung und jubelte laut.
"VIERUNDZWANZIG BABY!"
Ein abstoßendes Grunzen. Am anderen Ende bewegte sich etwas.
"Aaaalter, schrei nicht so. Ich hab grad so schön geträumt." Beam grinste dreckig und rollte sich von seiner versifften Matratze. "Guten Morgen Sonnenschein!" Beam nahm einen kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche und drückte dem noch sauberen Etikett einen feuchten Kuss auf, der eher an einen sabbernden Hund erinnerte.
"Ich sehs. Zieh dir Hosen an, Mann." "Steht'n ziemlicher Hecht in der Bude, was?" Wieder ein dreckiges Grinsen. Er konnte sich Beam gar nicht mehr ohne diesen Gesichtsausdruck vorstellen. "Ja, ich erblasse vor Neid. VIERUNDZWANZIG BABY!" Er stand breitbeinig auf dem, wirklich ekelhaften, Teppichboden und reckte beide Hände in die Höhe. "Du musst dich ins Zeug legen."
In der rechten immernoch die Pumpgun.
"Waum zum Teufel schmeißt du mich um die Zeit aus den geilsten Träumen?"
Er grinste nur. Nicht ganz so dreckig wie Beam, aber dreckig.
"Shopping?"
"Shopping."
"Bier?"
"Bier."
"Ok."
"Ok?"
"Yo."
"Alright Babe!"
--= Fortsetzung folgt =--
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spiegeltanz
um
19:50
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Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du es wagst davon zu träumen,
der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.
Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen,
für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast,
ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist,
oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.
Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst, meinem oder deinem eigenen,
ohne etwas zu tun, um ihn zu verstecken, ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.
Ich will wissen, ob du mit Freude sein kannst, meiner oder deiner eigenen,
ob du mit Wildheit tanzen und dich von Extase füllen lassen kannst
bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen, ohne uns zu ermahnen, vorsichtiger zu sein,
realistischer zu sein, oder an die Beschränkungen des Menschseins zu erinnern.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählt hast, wahr ist.
Ich will wissen, ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben.
Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist,
und ob du dein Leben aus seiner Gegenwart entspringen lassen kannst.
Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem und meinem,
und trotzdem am Ende eines Sees stehen kannst, um zum silbernen Vollmond zu rufen, "Ja".
Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wieviel Geld du hast.
Ich möchte wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung,
erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen und tust, was für die Kinder getan werden muss.
Es interessiert mich nicht zu wissen, wer du bist und wie es kommt, daß du hier bist.
Ich will wissen, ob du mit mir im Zentrum des Feuers stehen kannst und nicht zurückschreckst.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegfällt.
Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst,
und ob du deine Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich magst.
Oriah Mountain Dreamer aus dem Buch "The Invitation"
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spiegeltanz
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spiegeltanz
um
17:08
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Eine Frage die ich mir öfter gestellt habe.
Die meisten nutzen ihren Blog irgendwie als eine Art Tagebuch oder so. Mal im Ernst, wer sich für den Tagesablauf eines Menschen wirklich interessiert, der ruft doch an oder besucht ihn persönlich, oder etwa nicht? Bin ich zu altmodisch?
Oder wurden diese Blogs tatsächlich erfunden, um Tagebücher darin zu schreiben? Gut, vermutlich ist das der Fall.
Allerdings kenne ich nun schon vier Blogs, die tatsächlich etwas zum nachdenken, mitfühlen, mitlächeln und mittrauern sind. Krankhaft, dabei kenne ich diese Menschen kaum. Bis auf einen.
Ich bin mir vollkommen bewusst, dass ich hier beinahe ausschließlich seelischen Exhibitionismus betreibe, aber wer das hier zu lesen bekommt, bis auf zwei Personen davon, kennt mich so gut, das hier wirklich zu verstehen.
Würdet ihr hier lieber lesen, was ich den Tag lang getan habe, was sich in meiner Heimatstadt verändert, wer gemein zu mir war, wie es um meinen Sexualtrieb steht und welcher böse Lehrer mich zum weinen gebracht hat? (Ah, nein. Das kommt tatsächlich nie vor. Blödes Beispiel.)
Jedoch... eines wird mir immer wieder bewusst, wenn ich Tagebuchblogs lese, in denen nur Ereignisse und wenige Gedanken stehen. Gedanken ist in diesem Kontext als Weltanschauung zu verstehen, das am Rande.
Menschen, die so etwas schreiben, müssen entweder sterbenslangweilig sein, einen privaten Blog haben für die, die sie näher kennen oder tatsächlich mit solch beschränktem Blickfeld durch die Welt laufen, dass sie sich für Dinge interessieren, die so weit hinter ihnen liegen, dass sie schon eingestaubt sind.
Damit meine ich nicht zeitlich, damit meine ich Lebensabschnittstechnisch. Vergangene Lebensabschnitte sind _vergangen_ und weit weit, sehr weit fort. Nicht wiederholbar, nicht zurücksetzbar, nicht veränderbar.
Und wieder einmal drängt sich mir eine Frage auf:
Warum interessieren sich so viele Menschen für so viele andere Menschen, die sie mit 100%er Sicherheit aus den Augen verlieren werden, die treulos sind, die sich nicht für sie aufrichtig interessieren oder schon lange, lange fort sind?
Und warum interessiere ich mich nicht für solche Menschen?
...und wer von beiden ist jetzt seltsam?
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spiegeltanz
um
22:17
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spiegeltanz
um
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