Donnerstag, 24. Mai 2007

Was ist eigentlich ein "Morphisches Feld"?



"Egal wo du dich befindest.
Alle Menschen, alle Menschen sind miteinander vernetzt."



Darf ich vorstellen?
Leser: Das kollektive Unbewusste. Kollektives Unbewusstes: Der Leser.

Serial Experiments Lain. Zuerst dachte ich, ein Anime wie jeder andere, gute Anime auch.
Bis ich die Story hinterfragte und mich im Netz auf Suche begab. Das kollektive Unbewusste.
Ganz davon abgesehen, dass dieser Anime keine Comicserie mit speziellem Zeichenstil wie die meisten ist, hat er ebenso viel Informationsgehalt mit Eigeninterpretation des Produzenten, wie ein normaler, ernsthafter Film ebenfalls.

Den psychologischen Hintergrund des kollektiven Unbewussten lasse ich sie selbst nachsehen, es gibt so viele Quellen.

Eine kurze Zusammenfassung - Was ist das kollektive Unbewusste?

Das psychische Erbe der Menschheitsgeschichte, welches sich, ähnlich wie der biologische Körper, durch die Evolution hindurch entwickelt hat und von den verschiedenen Erfahrungen Einzelner geprägt wurde. Alles, was irgendwann einmal von der individuellen Psyche eines Menschen ausgedrückt wurde, wird zu einem Bestandteil der psychischen Grundkonstruktion eines Menschen - und ebenso auf einer kollektiven Ebene zu einem Bestandteil des kollektiven Unbewussten.
(-- zitiert: Wikipedia)

Ich will ehrlich zu ihnen sein. Tagelang, ja, wochenlang habe ich mir den Kopf zerbrochen über das Kollektive Unbewusste und kam zu keinem Schluss. Nun, nicht wirklich. Zu einem Entschluss kam ich: Es ist etwas Wichtiges.
Inwieweit, inwiefern? Ich habe keine Ahnung. Der Begriff des Kollektiven Unbewussten, des Kollektiven Unbewusstseins hat sich mir eingeprägt wie beinahe kein anderer. Ich werde Augen, Ohren und Verstand offen halten. Sollte ich jemals hinter das Geheimnis das keines sein sollte, kommen, werde ich es der Welt mitteilen auf die eine und andere Weise.

Mag sein es ist der Sinn dahinter. Ein Teil des großen Ganzen zu sein ohne es zu wissen oder zu verstehen.

Ach, wer weiß.

Ich werde jetzt weiter meine Erdbeeren und Musik genießen und mein Augenmerk auf etwas anderes legen. Auf was? Och, ich weiß noch nicht. Das sehe ich dann.


- Kaufen sie sich frische Erdbeeren. Ich verspreche ihnen, es wird ihnen besser gehen. -

Sonntag, 13. Mai 2007

Über das Sein und Schein des Da...-seins

Hat man etwas im Herzen,
spricht das Auge es, als sei´s der Mund.
- Jap. Sprichwort


Weshalb können wir in Spiegeln nie die Realität erkennen?
Oder geht es nur mir so?

Man sieht in den Spiegel. Entweder, man sieht jemanden, der tatsächlich interessant ist, gut aussieht, viel erreicht hat. Oder man sieht in den Spiegel und fragt sich, wer solch hässliche Bilder in seine Wohung hängt.
Entspricht jedoch jemals eines dieser beiden Bilder der Realität? Schwer zu glauben.

Hängt unsere Realitätswahrnehmung von Stimmung ab? Ja, allerdings. Zumindest bin ich dieser Überzeugung. Doch weshalb? Warum kann der Mensch nicht einmal in seinem Leben etwas, und sei es nur das Kleinste, von Gefühlen geleitet beurteilen? Vorallem sich selbst.

Man sieht in den Spiegel, gefällt einem das Bild nicht, denkt man automatisch an Menschen, die so sind, wie wir gerne wären. Auch mir ging es so. Sehr lange Zeit sogar.
Da war der eine Mensch hübscher, der andere insgesamt attraktiver, da war jener Mensch interessanter und konnte mehr und jener andere war beliebter als man selbst sich das je hätte träumen können. Und "cooler" waren sowieso alle.

Heute blicke ich zurück, die Einzige dieser Menschen, der es in meinen Augen zu etwas gebracht hat, bin ich selbst. Ausgezogen, gute Aussichten in die Zukunft, Partnertechnisch unter Dach und Fach, mit meinem Leben zufrieden und ein klein wenig sogar mit mir selbst, auch wenn Familienmitglieder mich gerne 10-30kg leichter sehen würden und es sich beinahe nie nehmen lassen, Blicke oder Worte sprechen zu lassen.
Ich wurde selbst zur "coolen" Metallerin, zu der andere aufsehen oder um gar um Rat fragen, ich beobachte, wie andere Wörter aus meinem Vokabular übernehmen, Gestiken kopieren, Meinungen bilden, die sie ohne meine wohl nicht in dieser Form gehabt hätten.
Ich erlebe, wie ich Menschen mit einem Satz den Wind aus den Segeln nehmen kann, die mich vorher in Grund und Boden gestampft hätten.

Vom Ausgelachten zum Lachenden.

Und nicht nur ich sehe das, wenn ich heute in den Spiegel schaue.
Wer mich ansieht weiß, ich lache. Und das jeden Tag ein wenig mehr.

Ich bin gespannt, wann der erste Ausgelachte es herausfindet.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Outer universe


Das Paradox.

Die Auflösung der Realität unter einbezug der Fakten.
Ein Paradox spielt die Wirklichkeit gegen sich selbst aus.


Dieser Blogeintrag, BoB der Schöpfer, gab mir einen Anstoß, nach der genauen Definition des Wortes "Paradox" zu suchen. In den Tiefen von Wikipedia traf ich auf einige Paradoxen, doch nur eines blieb mir so im Gedächnis verankert, dass ich weiterdachte.

Abgesehen von den diversesten Definierungsversuchen, einigen Paradoxen, eigentlich sehr vielen Paradoxen (man könnte es beinahe schon Paradogmen nennen), fand ich folgende Erklärung für "paradox":

Phänomene und Fragen, die der menschlichen Intuition widersprechen. Hierzu gehört beispielsweise die alte Frage nach der Endlichkeit/Unendlichkeit von Raum und Zeit. Ein unendliches Universum widerspricht dem gesunden Menschenverstand ("das muss doch mal irgendwo angefangen haben") ebenso wie ein endliches ("was war vorher?"). Auch unter den Phänomenen, welche die moderne Quantenmechanik thematisiert, zeigen viele diese Art von paradoxer Natur. [...] {wikipedia}

Paradoxe Natur. Endlichkeit und Unendlichkeit.
Das Universum. Unendliche Weiten.
Moment, unendlich?

Angesichts der Erklärung oben stellt sich bei mir heraus, wenn ich davon ausgehe, dass das Universum sei unendlich, so frage ich natürlich "Das muss irgendwo anfangen und irgendwo aufhören.". Doch bei der Annahme, das Universum sei endlich, frage ich nicht, was vorher war, sondern was hinter dem Universum läge, wäre ich dieser Annahme.
Den Begriff "unendlich" kann das menschliche Gehirn nicht fassen, soviel hat die Wissenschaft schon herausgefunden.

Was mir eben in den Sinn kommt:
Die Vorlesung in Physik. Unser Professor nennt sich einen "Experimentalphysiker", es ging um Elektrotechnik. Er meinte, für seine Erklärung kann er uns nicht sagen "-eine unendlich große, unendlich dünne leitende Platte-", er müsse sagen "eine sehr große, sehr dünne leitende Platte". Stellen wir uns diese Metallplatte vor. Sie ist sehr dünn, jedoch unendlich lang. Sie durchbohrt unseren Planeten, geht weit über die Galaxie hinaus. Nach oben. Und nach unten.

Unendlich, ohne Ende.

Doch hier sollte man nachhaken. Unendlich bedeutet lediglich, dass etwas immer weiter und weitergeht. Behauptet, es würde sich alles wiederholen, was wäre, wenn wir annehmen würden, der Anfang trifft irgendwann das Ende?
Wie zwei Schlauchenden sich treffen, wenn man sie genug verbiegt, so trifft sich irgendwann der Anfang unserer Metallplatte mit seinem eigenen Ende.

Nimmt man nun an, das Universum sei rund und in wirklichkeit dreht sich nur alles so lange, bis es wieder am Anfang ankommt, um dann von vorne zu beginnen, gibt es verschiedene Theorien meines kleinen, nicht Physik-gebildeten Kopfes, die diese These durchaus unterstützen könnten.

Das Atom.
Seit Menschengedenken zeichnet man Atome rund. Elektronen, neutronen, Elementarteilchen, alles dreht sich im Kreis. Zentrifugalkraft.
Das Möbiusband.

Nehmen wir nun an, das Universum selbst ist rund, eine Kugel, und wir nehmen unsere Metallplatte und machen diese unendlich lang. Würde sie sich verbiegen? Oder die Enden des, unendlichen, runden, Universums durchstoßen?
Unsere Metallplatte verbiegt sich nicht, sie bleibt perfekt Gerade. Und durchstößt die Grenzen des Universums, beweist dadurch, dass das Universum nicht sein kann.
Und, dass es nicht unendlich sein kann, da sie ja die Hülle irgendwann, im Unendlichen erreicht.

Mit dem erfolgreichen Herstellen und Aufstellen der unendlich langen Metallplatte würden wir alle Gesetze brechen, das Universum würde in sich zusammenfallen und es wäre nur noch Nichts.
Die Metallplatte würde sich selbst zerstören und den natürlichen Selbsterhaltungstrieb entmachten. Das bedeutet, das letzte Handeln der gesamten Menschheit, das letzte von Allem, wäre der Beginn des Baus einer unendlichen Konstruktion.
Ein Paradox spielt seine Wirklichkeit gegen sich selbst aus.

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"Phänomene und Fragen, die der menschlichen Intuition widersprechen."

Aber nein, natürlich kann das Universum nicht rund sein!
Der Käfig, in den wir unser Selbst und unsere Gedanken sperren, während der Ruf nach Freiheit lauter schweigt als je zuvor.
Das, BoB, ist gelebtes Paradox.

Dienstag, 8. Mai 2007

Zimmer 34





Freitag, 4. Mai 2007

Retro vs. neue Jugend - Round one


Nur die, die wissen, wie dieses Level weiterging, wieviele Röhren vor dem ersten Abgrund kamen, nur diese Menschen sollten weiterlesen um zu verstehen, was ich sage.
Alle anderen können es gerne versuchen, zu verstehen.

Die Helden unserer Kindheit.
Jeder kennt Super Mario und Luigi, die Prinzessin in ihrem kitschigen, rosa Kleid. Wollten wir nicht alle mal Peach sein? Oder wie Mario losziehen und Prinzessinen retten?
Wer kennt noch die Helden aus Secret of Mana, hat gegen die Space Invaders gekämpft oder sich an Links Endgegnern die Zähne ausgebissen?
Neben Tetris gab es weitere Spiele, die uns in den Wahnsinn trieben, Snake Rattle'n'roll. Wer hat es jemals über das fünfte Level hinaus geschafft?

Wir alle lieben sie, diese kleinen, anfangs 8-bit Grafiken die uns unterhielten und von langweiligen Nachmittagen abhielten. Mit deren Musik wir uns Nächte um die Ohren schlugen, um morgens unausgeschlafen zur Schule zu gehen, nur um nach der Schule den Boss mit einer weit auf dem Pausenhof diskutierten Taktik letztendlich zu besiegen und das erwünschte Item zu bekommen.
Mit denen wir vor einem TV Gerät saßen und Melodien ohne Text nachsangen und summten.

Ich war zu dieser Zeit zu jung, gerade mal im Kindergarten, doch noch heute besitze ich den guten, alten NES. Nintendo Entertainment System. Es war das höchste der Gefühle.
Die 8 Bit verfolgten meine Träume, die Melodien kenne ich heute noch bis ins Detail auswendig.

Im Augenblick höre ich diese Lieder wieder, gefunden in den weiten des Internets, nur um von mir gefunden und erlebt zu werden. Ja, erlebt. Nicht gehört.
Die nervtötenden, nervbetäubenden Elektroklänge, die sich durch meine Ohren, meinen Kopf, mein Herz bohren, wecken Erinnerungen.
Erinnerungen, an die Tage, an denen man Hyrule vor dem Bösen rettete, König Koopa zum x-ten mal in Lava stieß, durch die weiten des Weltraums flog um die Erde vor den außerirdischen Eindringlingen zu retten, Meteoren zu zerstören. Tage, an denen man das schönste Wetter vergaß, weil man in einem endlosen Kampf zwischen Gut und Böse hing. Tage, an denen man das Manaschwert fand, Waffen verbesserte, neue Magie erlernte und mit seinen Gefährten die tiefsten Dungeons vom Bösen befreite.

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Betrachten wir heute die Jugend - mit offenen Mündern sitzen sie vor ihren Konsolen und PCs und betrachten die grafischen Spektakel die sich ihnen auftun, schmunzeln über Clippingfehler, ärgern sich über zu lange Ladezeiten und langweilige Levels, viel zu schwere Endbosse, nutzlose Waffen und Gegenstände.

Sie haben keine Ahnung.

Sitzt unsereiner vor einem neuen, modernen, Nintendo Wii, einer Playstation, und lässt die Helden seiner Kindheit neue Abenteuer erleben... es ist der helle Wahnsinn!
Wir sitzen dort, verblüfft über die neuen Möglichkeiten, erfahren mehr über die Geschichten, die unsere Helden erleben, freuen uns über jede noch so kleine Kleinigkeit, erschrecken bei großen Endbossen und übersehen Grafikfehler.
Wir erleben diese Spiele - die Jugend zockt sie.

In diesem Zusammenhang bedeutet "zocken" eine groteske, verkrüppelnde Misshandlung unserer erlebten Abenteuer. Unserer Kindheit, unserer Helden, denen wir in so vielen Stunden beigestanden haben, sicher über so viele Abgründe geleitet haben, deren Welten wir so oft gerettet haben.

Es ist wahr, die heutige Jugend weiß tatsächlich alte Werte nicht mehr zu schätzen, das fängt in diesen, in mancher Augen, kleinen Dingen schon an.


Jetzt, genau in diesem Augenblick bohren sich die Klänge von Duck Tales - das Mondlevel durch meine Ohren in meinen Kopf. Die hohen Töne sollten mir in den Ohren wehtun, stattdessen bringen sie mich zum lächeln.

Ich vermisse diese Zeit, in der wir Prinzessinen und Welten retteten und glücklich waren damit.
Ich vermisse diese Zeit.

Und nun werde ich mich wieder Hyrule widmen, Masken finden, mich an dreidimensionalen, eckigen, grafisch vermutlich schlechten Kokiris erfreuen wie nie zuvor, ein Königreich retten und das Böse besiegen.

Ich vermisse die Zeit, ja. Doch ich weiß, warum ein Teil von mir so ist wie er ist.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Loyalität - ein Erklärungsversuch


Es war ein Mittwoch Abend, der Japanischkurs für Anfänger war gerade vorbei, es war also nach 19:45 Uhr, man könnte sagen kurz nach 20:00 Uhr bereits.
Die Wahl des Abendessens fiel auf das Café Emaille, gemütliches Beisammensitzen bei angenehmer Temperatur im Außenbereich.
Und wieder wurde ich angesprochen auf meine Einstellung zur Menschheit. Besser gesagt, meine Art mit Menschen in meiner, mehr oder minder direkten, Umgebung zu verfahren.

Da ich zur Spezies Mensch gehöre, die sich schlecht durch gesprochene Worte, jedoch besser durch durchdachte, geschriebene Worte ausdrücken kann, möchte ich den Inhalt des Gespräches gerne noch einmal tangentiell Revue passieren lassen.
Nach Aussage, wie ich mit Menschen verfahre, über die ich mich nur ärgern muss, erhielt ich zur Antwort, das könne man auch freundlicher regeln. Im Nachhinein muss ich sagen, ja, er hatte Recht. Man könnte das freundlicher regeln, ich bin mir sogar sicher, dass das geht. Jedoch die Antwort, als ich eine der berühmten W-Fragen, "Wie" stellte, war mehr als nur ungenügend und lässt mir hier nun viel Raum um meine Position klarer darzustellen.
Die Antwort war: "Wenn du jemanden nicht magst, dann geh ihm doch einfach aus dem Weg. Die Leute merken das schon, wenn du auf Abstand gehst und verstehn dann ja auch, warum."

Diese Antwort ist inakzeptabel.
Vermutlich weil ich nicht klar gemacht habe, _wen_ ich nicht mag, beziehungsweise, was ein Mensch tun muss, um aus meinem Weltbild gelöscht zu werden.
Ja, gelöscht. Die Delete-Taste gibt es durchaus in meinem kleinen Gedankenbild. Sehr einfach zu bedienen. Aber dazu später.

Vermutlich klang es so, als würde ich zu jedem unfreundlich sein, der mir einmal in die Quere kommt. Dem ist nicht so.
Es braucht viel, oder qualitativ viel, um für mich zu heißer Luft zu werden.

Ganz schnell geschieht das bei Personen, die von Anfang an einen kleinen Dorn besitzen, an dem ich mich oft piekse. Der HSDS, wie einige Einträge zuvor beschrieben, zum Beispiel. Man erkennt solche Menschen auf den ersten bis zweiten Dialog.

<-- Auch ich wurde überrascht von einer Person, die ich in einem früheren Eintrag erwähnte. Die bisher einzige Person, bei der ich mir sicher bin, sie bisher absolut nicht durchschaut zu haben, oder eine Ahnung zu haben. Interessant, in der Tat.-->

Oh ja, ich behaupte durchaus, eine bessere Menschen-ER-kenntnis zu besitzen als manch anderer. Keineswegs perfekt, doch ich kann damit sehr gut sondieren und vorherbestimmen.
Ich weiß heute schon, mit wem ich morgen nicht mehr so oft reden werde, und ich weiß sogar weshalb.
Verstehen sie mich nicht falsch, ich provoziere sehrsehr selten Streitigkeiten und ich lege es ebenso selten darauf an. Ich sage nur vorher. Und "Morgen" ist ein weitreichendes Zeitfenster.

Mit diesen Leuten gehe ich vorsichtig um.
Man könnte beinahe sagen, in manchen Fällen studiere ich diese Menschen, um für spätere Begegnungen mit Personen selbiger Art gewappnet zu sein, schneller zu erkennen, womit ich es zu tun habe. Eine kluge Taktik, zumindest erscheint sie mir so. Und sind wir ehrlich, wir alle sind so, nicht wahr?

Um auf das Thema zurückzukommen, und ich muss hier einen weitreichenden Bogen machen: Loyalität.
Warum spreche ich das in diesem Zusammenhang an?
Die Erklärung ist simpel, doch bedarf vieler Worte. Ich will es einmal versuchen:

Es gibt verschiedene Stadien der Freundschaft. Wir gehen einfach mal davon aus, diese "Freundschaft" wie wir sie allgemein definieren existiert irgendwo in den Herzen der grauen Gesellschaft. Oh, graue Gesellschaft... ein schöner Begriff. Ich werde ihn beizeiten erklären.
Aber zurück, die Stadien der Freundschaft. Alles fängt, sofern Höflichkeitsformen vorhanden sind, mit einem Händedruck, einer Vorstellung des eigenen optischen Ichs an.
Aus "Gesehen" wird nach einiger Zeit "Bekannt". Aus "Bekannt" folgt einige Zeit später der neumodische Begriff "Kumpel" oder "Kollege". Beides beschreibt ein Stadium, in dem man gerne mit den Leuten seine Freizeit verbringt, jedoch nicht unbedingt die intimsten Geheimnisse mit ihnen teilt.
Von "Kumpel" zu "Befreundet"... ein beinahe fließender Übergang. Doch das Endstadium "Freundschaft" wächst langsam, stetig, aber langsam - sofern genügend Nährstoffe vorhanden sind.

Ich kann nur von mir selbst sprechen, jedoch erkenne ich bereits nach wenigen Begegnungen, die Zahl liegt bei zwei bis drei (für Unvorhergesehenes, einmal vorgekommen in einem Jahr). Man erkennt, wer heuchelt. Man erkennt, wer vorneherum freundlich ist.
Der Trick ist einfach. Blicke sprechen mehr als Worte, Mimik ist verstellbar. Doch eine Mimik, die nur dazu dient, die Worte zu unterstützen, während die Augen, Blicke und gesamte Körpersprache etwas anderes sagen, ergeben ein groteskes Bild beim Betrachter.
Vorsicht bei solchen Menschen.

Nein, nicht immer. Man findet schnell heraus, ob betreffende Person unsicher, schlecht gelaunt, ungerecht oder uninteressiert war. Das ist eines der leichtesten Dinge.

Ah, Loyalität war das Stichwort.
Ja, man erkennt, wer loyal sein kann. Potenzielle Freundschaften lassen sich hier schon erkennen, wenn man die Augen öffnet. In beinahe 90% der Fälle beruht dies auf Gegenseitigkeit.
Warum ich das Wort "Loyal" in diesem Kontex nutze... das versuche ich zu erklären.
Ich stelle fest, es ist schwieriger als ich dachte.
Veranschaulicht könnte man es beschreiben, als Treue, diese "Loyalität". Als Ehrlichkeit, als ehrliche Meinungs- und Gedankenäußerung.

Das Modewort "Freundschaft" wird eben genau durch diese Worte definiert. Ehrlichkeit. Treue. Meinungsäußerung. "Gemeinsam durch dick und dünn gehen"- Loyalität.

Wie oben erwähnt, man erkennt früh, wer zur Freundschaft taugt.
Man erkennt früh, wer loyal sein kann und wird.

Es sind diese Menschen, in deren Hände man seine Seele und sein Leben legen kann und sicher sein kann, dass sie es nicht verkaufen. Bei denen man sicher sein kann, dass sie das Leben nehmen, und sicher verwahren für Momente, in denen wir keinen Ausweg sehen.
Es ist diese Art Mensch, mit der wir Abende schweigend verbringen können, ohne eine unangenehme Stille auszuhalten.
Es sind genau diese Menschen, die offene Ohren haben für Dinge, die ihnen selbst im ersten Augenblick lächerlich erscheinen mögen.
Es sind Menschen, mit denen man sich prügelt, zerstreitet und immer wieder einen Weg zurück findet.
Es sind Menschen, die immer hinter einem stehen und vor einem stehen, wenn es gebraucht wird.
Menschen, die, auch wenn man falsch handelt, einen versuchen nach Möglichkeit zu unterstützen.

Ich weiß nur von mir selbst, ich bin loyal. Ich gehe für Menschen, für die ich Sympathie hege, durchs Feuer. Ich denke nicht an Eigennutzen. Ich denke nicht an Belohnung.
Ich mache einen Schritt vorwärts.

Ich übertrete oft die Grenzen und erkenne meist zu spät, dass ich ausgenutzt wurde, belogen wurde, betrogen wurde. Dass ich für jemanden durchs Feuer bin, für den ich damals nur eine Bekanntschaft war. Es macht vorsichtiger, jedoch nicht klüger.

Der Gedanke "Würde er / sie das auch für mich tun?"... Der Gedanke kommt mir nie in den Sinn.

Es braucht loyale Menschen.
Diese Welt erstickt in Heuchlern.



Man findet einen wirklich loyalen Menschen meist unerwartet durch Zufall, meistens jedoch nur einmal im Leben.

Einen habe ich bereits gefunden.

Auf Freundschaften warte ich. Es muss mehr loyale Menschen geben.
Und eines Tages werde ich sie finden.

Bis dahin... bleibe ich so wie ich bin. Dinge, Menschen, über dich ich mich nur ärgern muss, oder oft genug geärgert habe, verschwinden aus meinem Weltbild.

Man lebt nur einmal.
Man sollte es auskosten.

Wenn sie aus dem Haus gehen, fragen sie sich, für wen sie durchs Feuer gehen würden.

Und wagen sie es nicht, zu erfragen, ob derjenige dasselbe tun würde. Sollte der Gedanke kommen, erzwingen sich von sich selbst keine Antwort.
Andernfalls muss ich ihnen das hier sagen: Sie oder die gedachte Person sind ein Heuchler.
Freunden sie sich mit diesem Gedanken an.

Heuchler braucht tatsächlich niemand.

Le freak, c'est chique!

Ich bin immernoch der festen Meinung, kurz vor meiner Geburt gab es einen großen Fehler in der Matrix, ein Vorzeichenbit wurde versehentlich verdreht und ich kam plötzlich als Mädchen auf diese Welt.
Erst nachdem ich meinen Zwilling gekillt hatte, versteht sich.

Irgendwie gibt es viele Dinge, über die man schreiben kann, doch sobald man vor einem blinkenden Cursor, vor einem leeren Blatt oder einer leeren Fläche sitzt, scheinen die Gedanken ebenso leer und beinahe aufgeräumt wie die Fläche, auf die man starrt.
Wenn es nur so wäre.
Stattdessen drehen die Gedanken im Kopf ihre Runden, hinterlassen Spuren an Erinnerungen, die man längst vergessen oder verdrängt hatte.

Es gibt tatsächlich Dinge, die man gerne vergisst.

Der gestrige Tag hinterließ eine kleine Spur an einer Erinnerung, der Einnerung an einen Zustand, eine Tatsache, mit der ich schon seit langem zu kämpfen habe.
Insgesamt zwei Dinge. Nein, sogar drei.

Zum ersten:

Warum kann man nicht einfach nach Wortlaut ernst genommen werden?
Ich weiß, weshalb mich viele Menschen nicht erstn nehmen. Ich bin zu humorvoll ab und an, bringe Dinge, die ich durchaus ernst meine, zu fröhlich über den Gesprächstisch. Doch ändert sich dadurch der Wortlaut? Nein, sicher nicht.
Menschen sind oberflächlich, hören nur das Gesagte, die Tonwelle, achten nicht auf den Sinn dahinter. Vermutlich aus Faulheit oder Bequemlichkeit.
Ein Komillitone meinte gestern ebenfalls, er würde nicht ernst genommen werden von anderen Menschen.
Ich weiß weshalb, doch ich nehme ihn dennoch ernst. Wenn man von der Intonation absieht, ist der Wortlaut oft hart, kritisch und vorallem: nie leer.

Warum kann man nicht einfach ernst genommen werden?
Wenn ich auf etwas neues stoße, das ich nicht verstehe, versuche ich es dann nicht, weil ich nicht will, weil es mir nicht auffällt, oder weil ich einfach keine Lust habe?
Es wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Ich HASSE es, nicht ernst genommen zu werden.
Ich bin mir sicher, wäre das Vorzeichenbit anders gedreht, ich wäre männlich, hätte ich dieses Problem nicht so stark in meinem Leben vertreten.

Lachen sie jetzt nicht und wagen sie es nicht, auch nur zu schmunzeln.
Sie wissen, ich habe Recht mit dieser Aussage.


Das zweite werde ich zu späterem Zeitpunkt weiter ausführen.
Niemand braucht unloyale Menschen. Niemand.