Freitag, 27. April 2007

Aber bitte mit Sahne~


Warum trauern Menschen um andere Menschen?

Allein in diesem Satz befindet sich eine, nennen wir es, Lüge.
Menschen trauern nicht um andere Menschen. Nein, wir trauern um uns selbst.
Sollten sie im Augenblick trauern, um was auch immer, denken sie darüber nach.
Trauern sie wirklich um Verstorbene? Falls ja, weshalb?

Ich glaube kaum, dass es diesen im Zustand "Tod" schlechter geht als im Zustand "Leben".
Im Ernst, man muss andersherum denken.

Man trauert nie um Dinge, die vergangen sind, um Menschen oder andere Wesen, die gegangen sind, man trauert immer nur um sich selbst. Und hier fällt mir meine derzeitige Japanischlehrerin ein. "Ich Ich Ich"

Sind wir wirklich nur die Zentren unseres jeweils eigenen Universums?


"So wie sich die Menschen für klüger halten als Schweine, so halten sich vielleicht die Schweine für klüger als Menschen."

Wer weiß? Vielleicht ist dem ja so.
Mal davon abgesehen, dass es Schweinen stellenweise tatsächlich besser geht, glaubt man diesen Mythos vom 30 minütigen Orgasmus.
Man könnte beinahe neidisch werden.

Warum hält sich jeder Mensch für beonders? Wir alle kennen andere, die uns für Idioten halten, für minderbemittelter. Was sagt uns, dass diese Menschen nicht Recht haben?
Diese Menschen denken, sie seien im Recht, ebenso wie sie und ich denken, wir seien im Recht. Die eigene Meinung zählt, nichts anderes gilt.

Betrachtet man diese Selbstvergötterung etwas abstrakter, kommt man eventuell zu dem Schluss, dass jeder Mensch als einzelner sich selbst für die Krönung der Schöpfung hält.
Man bemerkt sowas oft in Gesprächen.
Kaum hat jemand etwas Schlimmes erlebt, hat jemand anders, der zuhört, etwas noch vielviel Schlimmeres erlebt.
Hat jemand etwas Fantastisches beobachtet, so hat einer der Zuhörer etwas noch vielviel fantastischeres beobachtet, wenn nicht gar selbst erlebt.
Warum sind Menschen so? Warum muss man sich immer über andere versuchen zu erheben? Im Grunde genommen sind wir alles nur ein Haufen von egozentrischen Angebern.

Doch geht es uns schlecht dabei?

Ich gebe zu, ich habe Spaß daran, Menschen, die sich über mich erheben, zu erniedrigen.
Es gibt Dinge, die sich manch Minderbemittelterer nicht leisten darf in meiner Gegenwart.
Geben sie es zu, sie denken genauso.
Man würgt Idioten doch gern "eine rein", nicht wahr? Sehen sie.

Rache ist wie eine Schüssel zuckergesüßter Erdbeeren - aber bitte mit Sahne.

Vermutlich sind sie, ebenso wie meine Wenigkeit, mit einer höheren Intelligenz ausgestattet, als manch anderer, der ihnen krumm kommt. Ihres, und ich gebe zu, auch meines Erachtens nach, gibt ihnen das das Recht, so zu handeln - in bedingtem Rahmen.
Doch wissen sie, was der Unterschied zwischen uns beiden ist?


Ich trauere nicht um Verstorbene oder vergange Dinge und Zeiten.
Ich halte sie in Ehren.
Selbstmitleid ist etwas Widerliches.

Ich fürchte, ich ekele mich vor Trauernden.

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