Montag, 22. Oktober 2007

Every raindrop looks the same


Schon wieder Kopfschmerzen.
Der erst Akt des morgens war der fliegende Wecker, der mit einem seltsamen Krachen an der Wand zerschellte. Darauffolgend das Brodeln einer Kaffeemaschine und das leise Quietschen der Badezimmertüre. Obwohl sie alleine war, schloss sie ab.
Sie war immer alleine. Und immer schloss sie die Türen hinter sich ab.

Im Badezimmer angekommen flog das Nachthemd in die Wäschetonne, dicht gefolgt von der Unterwäsche des Vortages. Das Radio wurde angeschalten und gab leise krächzend Worte von sich.

Feel the life inside
a remnant of the tide
that raged within when you were still alive

Die Dusche ging an.

never mind the cries
listen to the lies
while we’re waiting for the dead to rise

Das Wasser war zunächst eiskalt, doch kein Zurückzucken.

while we wait for them to rise

Nach und nach wurde es wärmer.
Noch immer spielte das Radio seine Rolle.

The world belongs to those
who stand out from the rows
of wayward and misguided silent souls

Das heiße Wasser brannte angenehm auf der Haut. Heißer Dampf stieg langsam auf und verschleierte Fenster und Spiegel.

History is shamed
By people laying blame
To everyone who doesn’t feel the same

the sun fades beyond the water as we bring on the night

Langsam schloss sie die Augen und spürte für einen kurzen Augenblick nur das Leben unter ihrer Hülle.

Sleep and fade away ...tonight...
Inside these walls we wait ...our lifeforce drains...
To change takes more than to remain
Therefore we lay - back - in the comfort of our chains


Das Wasser versiegte. So konnte es nicht weitergehen.
Auf dem Boden sammelten sich die Wassertropfen zu einer Pfütze, beinahe ein kleiner See auf kaltem, grauen Stein. Kondenswasser wurde weggewischt und gab freie Sicht auf den Spiegel. Sie sah sich nicht.
Sie sah nur die Silhuette der grauen Katze vor dem Fenster. Jenes Tier, dem sie vor so langer Zeit Einlass versprochen hatte. Wie lange war es nun her?
Eine langsame Handbewegung öffnete das Fenster, geschmeidig trat der Bote ein und setzte sich geduldig wartend auf den Sims.

"Du hattest Recht."
Nicht eine Bewegung.
"Du hattest von Anfang an Recht."

Das samtige Tier verstand die Sprache, die es hörte nicht. Doch wohl verstand es die Handlung, die folgte. Es hatte lange darauf gewartet, geduldig wie schon seit einer Ewigkeit.

Rotes Leben vermischte sich mit dem Wasser auf dem kalten Stein. Der warme Wasserdampf zog langsam durch das Fenster hinaus in den Morgen, getragen von einem leisen, befreiten Seufzen.
Die Stille folgte und verweilte an jenem Ort.


Sleep and fade away
inside these walls we wait
Wake up to the silence
after judgment day


4 Kommentare:

Till hat gesagt…

Ich hoffe sehr, hier geht es nur um ein lyrisches Ich und nicht um dich.

Alles O.K. bei euch in K?
Solllte ich mir Sorgen machen?

spiegeltanz hat gesagt…

Kein Grund zur Sorge.
Ich hab leider keinen Platz um meine täglichen kreativen Ergüsse loszuwerden, außer hier.

Danke der Nachfrage :)

Anonym hat gesagt…

I wonder.
http://wakeuptothesilence.blogspot.com

Sinbad hat gesagt…

Interesting.